Momentaufnahme

Momentaufnahme

Die Tagesmutter hat sich für heute abgemeldet, ihr Sohn ist krank. Machen wir uns nichts vor: auch für „Dienstleister“ wie Tagesmütter ist Vereinbarkeit ein Thema. Mit drei eigenen Kindern sowieso. Und da müssen die „Kunden“ dann halt auch mal kurz zurückstecken. Bedeutet für mich, dass ich heute Morgen erstmal etwas ratlos in der Küche stand, das Handy in der einen Hand, mit der anderen den Kopf kratzend. Ich musste schließlich zur Arbeit, hatte aber keine Alternative für die Betreuung des Kindes. Zum Glück habe ich aber einen flexiblen und familienfreundlichen Arbeitgeber und etwas Puffer zwischen der Zahl der Betreuungsstunden und meinen Arbeitsstunden. Also: Arbeitstag auf Ende der Woche verlegt, heute mit Kind zu Hause und hoffend, dass die Tagesmutter ab morgen wieder am Start ist. Wie schön wäre es doch, die Großeltern in der Nähe zu haben…

Scheinbar rennen wir alle immer nur mit unserer eigenen Brille durch die Welt. Scheiße, die Tagesmutter kann nicht, was mache ICH jetzt? Dass es für sie auch Mist ist, ein krankes Kind zu Hause zu haben und deshalb ihren eigenen Arbeitgeber vertrösten zu müssen, ist erstmal nicht relevant. Gleiches gilt für jegliche Kritik an Eltern, die man weder kennt noch häufig sieht. Gerade lief zum Beispiel ein Kind unter meinem Fenster her, ich hab es gar nicht gesehen, nur gehört, wie es seiner Mutter aufgeregt „Guck mal!!“ zurief. Die Mutter antwortete in einem für meine Ohren sehr harschen Tonfall, irgendwas von „Lass das“ und „Noch einmal, und du hast heute Abend Fernsehverbot!“

„Wie kann man denn so gemein sein, wenn das Kind doch etwas spannendes entdeckt hat!“, dachte ich. MIR würde das ja nicht passieren. Aber Stop – hab ich das Kind nicht vorhin noch dafür angemault, dass es sein Frühstücksbrot zermatscht und auf den frisch gesaugten Boden wirft? Bin ich besser als andere? Weiß ich, warum die Mutter so reagiert hat? Was sie grade wirklich beschäftigt? Natürlich nicht. Ganz sicher nicht. Deshalb bin ich ein großer Freund von „machen lassen“. Und deshalb erhebt dieser Blog auch keinerlei Anspruch darauf, allgemein gültige Ansichten zu vertreten, Recht zu haben oder sonstwie in irgendeiner Form Ratgeber zu sein. Er ist eine Momentaufnahme meines Lebens, unseres Lebens als Familie, ein Ort für meine Wahrnehmung und Meinung.

Und ein Lebenszeichen. Ich bin wieder da!

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