Kinderbetreuung · Vereinbarkeit

Prolog

Wir suchten eine Tagesmutter. Mit den Großeltern in mindestens 50km Entfernung und übervollen Kitas gab es keine Alternative. Und wir stellten uns das auch ganz schön vor. Eine nette, herzliche Frau (gerne auch ein Mann, aber die Auswahl war leider nicht da), bei der wir das Kind morgens glücklich abgeben und nachmittags zufrieden und müde gespielt wieder abholen. Eine Bezugsperson, die unser Kind und weitere Kleine tagsüber aufnimmt, mit ihnen spielt und zu einer erweiterten Familie wird. Mit der wir im Austausch sind. Vielleicht mal einen Kaffee zusammen trinken, um zu besprechen, wie das Kind sich entwickelt, wo vielleicht noch Probleme sind.

 

Dass es anders kommen würde, hätte ich im Februar schon wissen müssen. Die erste Tagesmutter sagte unser Treffen zum Kennenlernen ab. Die zweite sagte zu, hatte aber eine offene Treppe zum Keller im Wohn- und Spielzimmer, die nicht etwa durch ein Laufgitter gesichert war – nein, ein umgekipptes Sofa musste diesen Zweck erfüllen. In der Küche konnte man hinter den Herd greifen, offene Kabel überall, das Spielzeug dreckig. Weitere Möglichkeiten taten sich lange nicht auf. Dann endlich: Licht am Ende des Tunnels. Eine Tagesmutter, die nett und erfahren war, selber Kinder hatte. Ihr Konzept schien schlüssig, der Betreuungsraum zwar klein, aber sie sei viel draußen und die Türen wären immer offen. Noch dazu direkt um die Ecke unserer Wohnung. Und sympathisch schien sie auch. Im April wurde alles in trockene Tücher gebracht. Im September ging es los.

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